Offlineleben ohne Sommerloch

Ich weiß, verehrte Leserschaft: In diesem Blog herrscht das Sommerloch. Groß, mächtig und schwarz verschlingt es alle interessanten Themen, die wirklich nur dann funktionieren, wenn sie zeitnah verbloggt werden. Denn was ein richtiges Sommerloch einer Kleinstadtelli sein möchte, entsteht nicht mangels Themen, sondern mangels Zeit.

Mein „Offlineleben“ wartet nämlich vergebens auf so etwas wie ein „Sommerloch“. In Job Nummer 1 ist jeder Sommer so etwas wie ein Paradies für Überstundensammler, Holunderblüten, Beeren aller Art und Gurken werden nach und nach verarbeitungsreif für Leckereien aller Art und auch die Pflanzen auf der Dachterrasse wollen ein klein wenig Aufmerksamkeit – mehr ist in diesem Jahr für die Pflanzen nicht drin. Chillen in der Sonne? Keine Zeit. Keine Geduld. Keine Lust. Die Arbeit macht sich schließlich nicht von allein.

Und regelmäßig dann, wenn ich merke, dass acht Stunden Schlaf sich leider nur wie vier Stunden angefühlt haben, weil’s eigentlich alles zu viel ist und weil’s äußerst selten acht Stunden Schlaf werden, regelmäßig dann also frage ich mich: Wieso, verdammt, legst Du Gewürzgurken ein? Wieso machst Du Holunderblütensirup, -essig und -likör und weiß der Geier was für Zeug? (Die Erdbeeren sind günstig dieses Jahr. Also: Erdbeersirup, Erdbeer-Limetten-Marmelade, Erdbeersenf und Erdbeer-Barbecue-Sauce.) Klar, es schmeckt gut, aber ist ausgeschlafen sein nicht das höhere Gut?

Leider, leider: Die Antwort lautet regelmäßig nein. Es geht nämlich nicht nur um das Schlemmen hinterher, sondern auch um die Herstellung, so stressig sie auch werden mag. Ich finde es einfach gut, zu wissen, wie man Gurken einmacht. Natürlich kann sich ein passionierter Packerl-Aufreißer heutzutage tatsächlich schon mit halbwegs essbaren Lebensmitteln versorgen, Frosta war da ein guter Vorreiter. Das Dumme ist nur: Das Zeug macht nur den Bauch satt, Geist und Seele werden stumpfsinnig. Mir persönlich würde beim ständigen Packerl-Aufreißen schlicht das Essen vergehen. Essensverweigerung aus Langeweile, sozusagen.

Klingt hochdramatisch, hält mich aber aufrecht, zusammen mit den unzähligen Litern Cappuccino, grünem, weißem und grünem Tee. Dennoch sollte ich dieses Wochenende mal frei machen – es sei denn natürlich, die Erdbeeren sind immer noch so günstig. Da war ja noch Erdbeer-Paprika-Marmelade, Erdbeer-Chutney, Erdbeer-Essig …

Advertisements

Gib' Deinen Senf dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s