Trend-Recycling oder Abfall-Trends?

Kleinstädter unterscheiden sich in vielen Dingen gar nicht so sehr von Großstädtern, in manch anderen Dingen hingegen ganz außerordentlich. Die aktuellen Modetrends sind da ein gutes Beispiel. Ich persönlich kann Modetrends tatsächlich so wenig ausstehen, dass ich nötigenfalls meine Garderobe um Dinge bereinige, die auf einmal plötzlich jeder trägt, weil sie »in« sind, ganz egal, ob sie ihm stehen oder nicht.

Doch trotz oder gerade wegen dieser Tatsache bleiben mir die aktuellen Modetrends, die die Manuela-Mustermann-Verbraucherin an ihrem Leibe zu Markte trägt, (meistens) leider kaum verborgen. Dabei sind nicht immer die aktuellen Modetrends das Problem und die Manuela-Mustermann-Verbraucherin schon gar nicht. Aber wenn Frau Mustermann sich an aktuelle Trends hängt, obwohl ihr das Zeug nicht steht oder obwohl das Zeug nicht zu ihrem sonstigen Stil passt oder obwohl viel zu viele Damen Mustermann mit kompletter Standard-«in«-Mode durch die Gegend laufen – wobei man auf den ersten Blick auf die Garderobe erkennt, dass das nicht der Damen Mustermanns Geschmack, sondern der von irgendeiner Trendlinie ist – dann ist das wirklich kein Spaß für die Augen. Die Masse macht‘s schlicht unansehnlich. Da kannste ja gleich Einheitsuniformen an alle ausgeben, dann weiß wenigstens jeder schon per Definition, dass es nicht darum geht, gut, sondern gleich auszusehen.

Und wenn man dann noch ein paar Jahre lang täglich in die Großstadt zur Arbeit pendelt, kommt man gar nicht umhin, eine einfache Tatsache festzustellen: Wenn Dir in der Großstadt ein hässlicher Modetrend auffällt, beispielsweise weiße, geraffte Plastiklederstiefel, natürlich mit Stöckeln, die so dünn und lang sind, dass Du nicht mehr verwundert bist, wenn Du die Trägerinnen mehr stolpern als gehen siehst, und die so hässlich sind, dass sie offenbar gerade deswegen über der Hose getragen werden müssen (womöglich war das aber eine falsche Wahrnehmung meinerseits, und die Damen halten die Dinger ganz im Gegenteil für schön), kannst Du sicher sein, dass Du dann, wenn der Trend in der Großstadt endlich vorbei ist, und Deine Gemütsverfassung sich so langsam wieder auf den Normalzustand eingependelt hat, dass Du dann das ganze Elend noch einmal in der Kleinstadt sehen darfst. Dafür halten sich solche Modetrends in der Kleinstadt aber auch länger. Da stellt sich nur noch die Frage: Ist das jetzt Trend-Recycling oder handelt es sich um Abfall-Trends?

Merke: Es hat Vorteile, in der Kleinstadt zu arbeiten, in der man auch lebt. Man spart nicht nur Geld und Zeit fürs Pendeln, auch die modischen Synapsen werden ein wenig geschont.

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4 Gedanken zu „Trend-Recycling oder Abfall-Trends?

  1. …es kann halt nicht jede Dame einen solch individuellen Style wie Du zaubern… wo kämen die da hin… die Zeit müssten die alle von Ihren SmartPhoneVereehrungsZeiten abziehen… OMG… da ist EinheitsLook like ChinaMaoTseDong doch die Zeitersparnis schlechthin… hihi… da fällt mir doch gerade was was ein: Wikipedia/ „Momo“ und die grauen Herren -In Wahrheit werden die Menschen um ihre Zeit betrogen; während sie versuchen, Zeit für später zu sparen, vergessen sie, im Jetzt zu leben- ;o)

    • Hi, hi. Siehste! Noch ein Grund dafür, warum es gar nicht mal schlecht ist, dass mein Blackberry zu 90 Prozent Internetverbot hat. Obwohl: Style braucht gar nicht mal so viel Zeit. HIrn ist da viel wichtiger. 😉

    • Oh ja, auch sehr gruselig! Ich weiß auch nicht, warum gruselige Trends wie dieser wieder aufgewärmt werden müssen. Ich dachte, wir hätten das nach den 80ern hinter uns gelassen. Bald sind wohl auch wieder Blazer mit Schulterpolster in oder sonstige Garstigkeiten. MIch schüttelt’s! 😉

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