Ein inspirierender Massenmörder

Seit etwa 2006 höre ich Hörbücher – und das geradezu inflationär. Das kostete mich bislang kaum etwas, da die Kleinstadtbücherei diesbezüglich äußerst umfangreich ausgestattet ist und auch regelmäßig für Nachschub sorgt. Irgendwann bin ich dann auf die Podcasts der öffentlich-rechtlichen Radiosender gestoßen. Bei NDR-Info gibt’s zum Beispiel ganz viele.  So war mein Nachrichteninput definitiv gesichert – ist er bis heute.

Seitdem bin ich mit meiner Suche nach weiteren, spannenden Podcasts sehr erfolgreich gewesen, was ich dem geneigten Leser in Zukunft auch sicher detailliert vermitteln werde. Gestern allerdings bin ich auf ein Podcastfeed gestoßen, der so interessant ist, dass er sofort verbloggt gehört: Der WDR-Hörspielspeicher.  Der sammelt die Hörspielproduktionen des Senders, zu denen auch Produktionen von 1live gehören.

Wie das True-Crime-Hörspiel Ed Gein, um das es in diesem Beitrag geht. Mr. Geins mörderischer Wahn hat so einige Filme inspiriert. Mr. Hitchcocks „Psycho“ ist wohl das bekannteste Beispiel. Ein Film, den ich nie gesehen habe, dessen „Duschszene“ nebst nervenaufreibender Musik mir interessanterweise aber sofort vor den inneren Augen und Ohren steht, sobald ich den Namen des Films höre.

Das „Texas Chainsaw Massacre“ greift ebenfalls auf diese Ereignisse zurück, ein Film, von dem ich vor vielen Jahren einmal zumindest Teile beim Frühstück sehen „durfte“, dessen Szenen ich aber – wohl aufgrund der unchristlichen Uhrzeit – zum Glück direkt aus meinem Gedächtnis gelöscht habe.

Stattdessen fiel mir bei der Geschichte sofort einer der wenigen Horrorfilme ein, die ich tatsächlich bewusst gesehen habe. Die Grundgeschichte des Films vergesse ich wohl niemals, den Titel aber offenbar sehr wohl. Da ich nicht weiß, wie ich auf die Schnelle den Titel des Machwerks herausfinden könnte, muss ich diese Information mir und dem geneigten Leser schuldig bleiben.

Offenbar, so erschließt es sich mir nach dem Genuss des Hörspiels, handelt es sich allerdings nur um eine Adaption des Texas Chainsaw Massacres: Drei völlig kranke Brüder machen Jagd auf Jugendliche, denen mitten in der Pampa das Auto verreckt ist. Das Haus der Brüder ist völlig verdreckt, der Kühlschrank gefüllt mit Leichenteilen – und so fort. Mr. Geins Haus dürfte wohl in etwa genau so ausgesehen haben, es stand nur in Plainfield, Wisconsin, zwar auch Pampa, aber Mr. Gein hatte definitiv mehr Nachbarn, als besagte drei Brüder.

Während des Hörens flammte in meinem Kopf auch der Film  „Das Schweigen der Lämmer“ auf, der in diesem Hörpsiel ebenfalls erwähnt wird. Bei den Verhörszenen konnte ich überdies nicht umhin, an „Den Totmacher“ mit Götz George zu denken, in dem es um einen deutschen Massenmörder im Jahre 1924 geht.

Es handelt sich bei dem Hörspiel also um äußerst starken Tobak, der bei mir ein äußerst plastisches Kopfkino auslöste. Als Film würde ich das niemals freiwillig anschauen, als Hörspiel war es zu interessant und zu gut gemacht, um die zu erwartenden Nebenwirkungen wie Alpträume nicht in Kauf zu nehmen. Selbst The Voice spricht eine Rolle, was an sich schon ein Qualitätsmerkmal ist – meiner bescheidenen Meinung nach.

Wolfgang Condrus, der meist den Ed Harris spricht, konnte ich ebenfalls heraushören.  Alles in Allem eine sehr gelungene Geschichte, mit knapp 52 Minuten auch durchaus eine überschaubare Länge. Sehr hörenswert!

Mit Dank an Sophies Henker für den hervorragenden Tipp.

PS: „Die Frau mit der Bankenkrise“ aus der gleichen Reihe war auch sehr schön. Wie der Titel vermuten lässt, nicht ganz so schaurige Kost, dafür aber auch schön seltsam.

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